Lesung mit dem Waldpoeten

Der eine oder andere Teilnehmer lies sich von den heißen Temperaturen hinreißen und erschien barfuß in Birkenstocks zur Lesung im Wald der unterfränkischen Gemeinde Bütthard. Es handelte sich jedoch um keine herkömmliche Lesung zum Beine hochlegen, sondern um einen zweistündigen Waldspaziergang mit literarischen Zwischenstopps. An verschiedenen Stellen wurde Halt gemacht und ich trug das zum Ort passende Kapitel aus meinem Buch „111 Gründe, den Wald zu lieben“ vor.

Unter einer Eiche mit Holzkreuz ging es um den Volksglauben rund um den liebsten Baum der Deutschen. Der Eiche wurden früher besondere Kräfte zugesprochen und es ranken sich die unglaublichsten Theorien um sie. Ein Beispiel zur Mundhygiene: Einfach zwischen zwei Eichen stellen, mit den Blättern eines abgerissenen Astes über die geschlossenen Zähne schrubben und folgenden Satz murmeln: “Mundfäul, geh hin und wieder: Geh aus allen meinen Gliedern und komme nie wieder!” So einfach war das früher mit der Zahnpflege.

Weiter ging es zu einem keltischen Grabhügel, wo ich das Kapitel „weil in seinem Schutz viele Denkmäler überdauern“ vortrug, an einem Dachsbau das Kapitel „weil dort Meister Grimbart seine Burgen baut“ und an einer Wildschweinsuhle das Kapitel „weil dort Wildschweine im Boden wühlen“. Natürlich wurde eifrig über die gesammelten Eindrücke und eigene Erfahrungen diskutiert.

An einem eigenartig verdreht gewachsenen Baum informierte das Kapitel „weil die Hainbuche hart wie Eisen ist“ darüber, dass die Weißbuche nach dem Speierling unter den einheimischen Baumarten das schwerste Holz besitzt. Zu Veranschaulichung reichte ich den Teilnehmern je einen Ast von Fichte und Hainbuche. Obwohl beide gleich groß waren, besaßen sie ein völlig unterschiedliches Gewicht! Das erstaunte selbst erfahrene Waldbesucher.

Gegen Ende des Spaziergangs wurde es dann richtig unterhaltsam, als ich einige humoristische Gedichte meiner Reihe Noch`n Waldgedicht zum Besten gab. So waren zwei Stunden wie im Flug vergangen und eine Tasse Kaffee und ein Stückchen Kuchen kamen gerade recht. Der eine oder andere entschied sich aufgrund der Temperaturen für ein kühles Radler. Besonders gefreut hat mich die Teilnahme eines Redakteurs der hiesigen Tageszeitung samt Gattin. Vielen Dank für den Zeitungsbericht!

So eine Waldführung mit Lesung bietet sich übrigens auch hervorragend als Firmenevent an.

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